SPD fordert Runden Tisch für Inklusion
Weiterentwicklung der bezirklichen Förderzentren
zu einer Schule für alle
„Das wird für uns ein erster echter Prüfstein in Sachen Inklusion.“ So begründet die Erlanger Bezirksrätin Gisela Niclas die Initiative der SPD-Fraktion, die Entscheidung über die dringend notwendige Generalsanierung des Nürnberger Gehörlosenzentrums um drei Monate zu verschieben. Denn gegenüber einer ersten Kostenschätzung von 15 Millionen sind die voraussichtlichen Aufwendungen für die Instandsetzung des teilweise denkmalgeschützten Baus auf 46 Millionen Euro schier explodiert.
„Wir sind aber trotzdem gegen eine endgültige Beerdigung des Sanierungskonzepts, um gegenüber Eltern, ihren Kindern mit Behinderung und den Beschäftigten dort glaubwürdig zu bleiben“, sagt Niclas. Doch jetzt müsse exakt geprüft werden, fügt die SPD-Politikerin hinzu, wie das durch die UN-Behindertenrechtskonvention geschaffene Recht behinderter Kinder auf Eingliederung in die Regelschule berücksichtigt werden kann. „Dazu ist eine fundierte Einschätzung über die weitere Entwicklung unumgänglich“, fordert Gisela Niclas.
Die SPD hat deshalb in der gemeinsamen Sitzung von Bezirks- und Liegenschaftsausschuss vorgeschlagen, umgehend einen qualifizierten Dialog zur Weiterentwicklung des Gehörlosenzentrums und der weiteren Förderzentren des Bezirks zu einer „Schule für alle“ zu organisieren. Dabei sollen unter der Federführung des Bezirks Eltern, Lehrer, Sozialpädagogen und Erzieher des Förderzentrums ebenso einbezogen werden wie die betroffenen Kommunen und Behindertenräte, die Landesbehindertenbeauftragte, die Regierung Mittelfrankens und auch die beteiligten Ministerien. „Angesichts des gewaltigen Investitionsbedarfs an den Förderzentren des Bezirks im allgemeinen und am Gehörlosenzentrum im besonderen ist ein solch großer Runder Tisch über die Zukunft der Bildung von Kindern mit Behinderung im Bezirk Mittelfranken nicht überzogen, sondern dringend erforderlich und überfällig“, sagt Sozialexpertin Gisela Niclas, die den Bayerischen Städtetag im Landesbehindertenrat vertritt.
Weitere Auskünfte bitte über Gisela Niclas, 09131 993398 (p) od. 0170 2841002 (m).